Archiv der Kategorie: Gesundheit

Stressfrei in den gemeinsamen Urlaub?

Die Sommerferien in den nördlichen Bundesländern stehen kurz bevor und die Sehnsucht nach Entspannung ist gerade in den letzten Wochen und Tagen vor dem Urlaub besonders groß. Nicht nur, dass das Energielevel kurz vor den freien Tagen aufgezehrt scheint; liegt doch gerade in dieser Zeit oftmals noch einmal besonders viel Arbeit, Organisation und Vorbereitung an.
Dadurch kann es auch in Familie und Partnerschaft zu gehäuften Konflikten kommen und die Gefahr ist groß, dass man schon massiv gestresst in den Urlaub startet. Nicht zuletzt führen eine überhöhte Erwartungshaltung an die gemeinsamen freien Tage und das gesteigerte Stresslevel dazu, dass es auch während dieser schnell zu Konflikten und Missverständnissen kommt.

Versuchen Sie somit vor allem, mit einer möglichst realistischen Erwartung in die Ferien zu starten. Streitigkeiten können auch bedeuten, dass Sie alle dringend Erholung brauchen. Mit einer solchen inneren Einstellung können Sie kleineren Konflikten deutlich gelassener begegnen und größere Auseinandersetzungen vermeiden.
Versuchen Sie außerdem, notwendige Vorbereitungen für die Reise schon mehrere Tage im Voraus in kleineren Etappen zu erledigen. Dies kann Sie mental entlasten und vermeidet eine Aufsummierung von „to does“. Sie beugen so steigendem Handlungs- und Zeitdruck vor.

In der neuen Ausgabe der ZEIT Wissen finden Sie weitere Tipps zum Themenfeld Stressbewältigung. Lesen Sie darin u.a., wie es Ihnen gelingen kann, Stress im Alltag und in wechselnden Lebenssituation insgesamt zu reduzieren und mit Ihrer Energie einfacher zu haushalten.

Ich wünsche Ihnen gelassene Sommerwochen!

Mein Theatertipp – nicht nur für Paare

Nichte wenige Paare leben arrangiert, wenn nicht sogar resigniert, nebeneinander her. Andere leben einen Alltag geprägt von zahlreichen Auseinandersetzungen, voller Wut und Aggression. Ob damit verbundene wiederholte Trennungsgedanken schließlich tatsächlich in eine Trennung oder Scheidung münden, ist sehr unterschiedlich. Denn diese lebensverändernde Entscheidung zu treffen, ist alles andere als einfach.

Zugegeben, erwähnte Szenarien wie diese täglich zu erleben, ist alles andere als komisch.
Das Schauspielerehepaar Jennifer und Michael Ehnert stellen ähnliche alltägliche Szenen einer Ehe mit ihrem „Zweikampfhasen“- Programm jedoch auf höchst unterhaltsame Weise dar. Die wortgewaltigen Dialoge, verdichtet mit Witz und Gedankenanregungen, reichen dabei zeitweise auch über die Ehewelt hinaus.

Am 31. Mai findet die 175. Vorstellung dieses gelungenen Programms im Lustspielhaus in Hamburg statt. Diesen und weitere Termine finden Sie hier.

Fehlgeburt: Umgang mit dem Schmerz

15 bis 20 % der Schwangerschaften enden in Fehlgeburten. Der größte Anteil von ihnen in den ersten Schwangerschaftswochen. Viele Frauen belastet der Verlust des ungeborenen Kindes massiv und sie müssen vor allem tiefe Trauer, Ängste und Schuldgefühle bewältigen. Erschwerend hinzukommen kann, dass Männer oftmals einen anderen Umgang mit der auch für sie einschneidenden Erfahrung haben. Sie verbergen ihre Trauer häufiger vor der Partnerin, um sie nicht zusätzlich zu belasten oder versuchen sich abzulenken. Auch Freunde und Familie können die Intensität und Wucht dieses Schicksalsschlags zeitweise nicht greifen, weshalb sich betroffene Frauen häufig alleingelassen gefühlen.
Erfahren Sie mehr zu diesem Thema in diesem Artikel.

 

Was sexuelle Lust mit der Begrenzung von Arbeit zu tun hat

Gerade in Studien zum Thema Sexualität antworten Teilnehmer vielfach nicht aufrichtig, weshalb Forschungsbefunde ein verzerrtes Bild zeichnen können. Auffällig in Befragungen ist dennoch die deutlich zunehmende Lustlosigkeit in Paarbeziehungen. Erfahrungsgemäß nehmen Männer aus diesem Grund immer häufiger den Rat eines Paartherapeuten oder Sexualberaters in Anspruch.

Eine wesentliche Ursache dafür kann im zunehmenden „Performancedruck“ (siehe u.g. Artikel) liegen. Dem Druck, permanent unter Beweis stellen zu müssen, was man zu leisten in der Lage ist – gemessen u.a. an Arbeitsstunden, Einkommen und Karriereerfolg. Dauerhafter Druck ist weder gesundheits- noch zufriedenheitsfördernd. Entscheidend für eine stabile innere Zufriedenheit ist hingegen, wie sinnstiftend die eigene Tätigkeit erlebt wird und wie gut eine Abgrenzung von beruflichen Fragen nach Feierabend gelingt.
Was fehlende ruhige Momente – Mußestunden oder Langeweile – auch mit Lust auf Sexualität zu tun haben, beschreibt dieser Artikel ausführlicher. Interessant dazu die zahlreichen Kommentare, die ihn um wichtige Aspekte ergänzen.

Depression als Risikofaktor für Paarbeziehungen

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland, was

das Thema auch in der Paarberatung und Paartherapie immer relevanter werden lässt.

Massive Überforderungs- und Schuldgefühle, Antriebslosigkeit wie auch der Rückzug aus dem sozialen Umfeld stellen nicht nur für den erkrankten Partner ernsthafte Belastungen dar. Die Trennungswahrscheinlichkeit steigt in betroffenen Beziehungen auch durch den Verlust an innerer Verbundheit und eine deutliche Zunahme von Konflikten.

Eine aktuelle Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutschen Bahn Stiftung zeigt, dass eine Depression häufiger die Ursache als die Folge von Partnerschaftskonflikten darstellt. Beleuchtet werden zudem die vielfältigen Belastungen beider Partner. Mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Neue Studienergebnisse zu veränderten Lebensgewohnheiten

Eine aktuelle Studie der Universität Mannheim belegt, dass Partner, die in einen gemeinsamen Haushalt ziehen, doppelt so viel an Gewicht zunehmen wie in den ersten Jahren der Ehe.
Die Untersuchungsbefunde zeigen damit auf, dass Ernährung und Gewichtszunahme keine eindeutige Korrelation mit dem Familienstand aufweisen, sondern vorrangig im Zusammenhang mit veränderten Lebensgewohnheiten stehen. Lesen Sie hier mehr.

Selbstklärung als Schlüssel für gelingende Kommunikation

Anhaltende Unzufriedenheit und chronischer Frust schwappen schnell auf Partnerschaft, Familie und das nahe Umfeld über. Speziell Menschen, die unter Stress und Druck stehen, fällt es noch einmal schwerer zu erkennen, was genau sie belastet und dies eindeutig auszudrücken.
Zahlreiche Studien belegen eindrucksvoll, dass die Qualität der Kommunikation unter Stresssbedingungen massiv sinkt und es damit auf beiden Seiten schneller zu Missverständnissen und Gereiztheit kommt. Selbst externe Belastungen können so schnell in interne Konflikte münden, die zusätzlich belasten.

Sich selbst zu klären und zu positionieren trägt deutlich zu einer gelingenden Kommuniktion bei.
Wie Sie eigene Bedürfnisse und Herausforderungen selbst besser erkennen und kommunizieren – und damit nicht zuletzt auch dazu beitragen, Unterstützung zu erhalten, die tatsächlich entlastet, lesen Sie in der Ausgabe der ZEIT Wissen 02/18.

Chaos

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Der Mythos vom dauerhaften Glück

Nicht nur die Erwartungen an dauernde Zufriedenheit in Partnerschaft und Familie sind hoch; auch der Anspruch an einen jederzeit erfüllenden Job setzt sich offensichtlich durch. Warum genau solche Glückansprüche zum Scheitern verurteilt und echte Stressfaktoren sind, zeigt dieser Brand eins Artikel anschaulich.

Lustlosigkeit? Mein aktueller Buchtipp.

Kaum gibt es irgendwo so zahlreiche Klischees wie in der Sexualität. Der ewig lustvolle Mann ist eines dieser stereotypen Vorurteile.
Männliche Unlust ist trotz deutlich zu verzeichnender Zunahme noch immer ein Tabu – für Mann und Frau. Viele Frauen in sexlosen Beziehungen erklären sich das sexuelle Desinteresse ihres Mannes mit der eigenen schwindenden sexuellen Anziehung, was oftmals zu starken Selbstzweifeln führt.
Dass die Wirklichkeit immer häufiger anders aussieht, zeigt die Autorin Weiner Davis in ihrem Buch „Lustlos. Was Frauen tun können, wenn er nicht mehr will.“  – mittlerweile in der fünften Auflage. Ziel der Autorin ist es, Frauen Mut zu machen, indem sie für das tabuisierte Thema sensibilisiert. Gleichzeitig erweitert Weiner Davis Ursachenerklärungen und zeigt Frauen praktische Wege auf, wie Nähe und Intimität wieder einen Platz in der Partnerschaft finden können.

Die Kluft zwischen Erwartung und Wirklichkeit ist zu Weihnachten besonders hoch

Kaum jemand in unseren Breitengraden, verbindet mit Weihnachten nicht Zeit für Familie und die Liebsten, den Wunsch nach Harmonie und Besinnlichkeit. Erfahrungsgemäß ist es jedoch genau diese, oftmals überhöhte Erwartungshaltung, die an den Festtagen enttäuscht wird.

Statt eines besinnlichen Jahresausklangs, ist gerade der Dezember ein Monat, in dem bei vielen Menschen Hektik, Stress und Frust überwiegen. Jahresabschlüsse in den Unternehmen, Strategieplanungen für das kommende Firmenjahr, oft mehr als zwei oder drei Weihnachtsfeiern, Weihnachtsaufführungen und Bastelnachmittage in Kitas und Schulen, überfüllte Geschäftsstraßen und der Druck, rechtzeitig die passenden Geschenke für die Familie, Freunde und Kollegen zu besorgen… Jeder Aspekt für sich stellt noch kein Problem dar, doch es ist die Häufung an Ereignissen, welche nicht selten dazu führt, dass gerade in den letzten Wochen des Jahres die Nerven Vieler blank liegen.

Das Stresshormon Cortisol, welches in der Hirnanhangdrüse bei Belastungen und Hektik produziert wird, macht uns zwar kurzfristig leistungsfähiger, lässt aber auch schneller gereizt und missmutig reagieren. Gab es in einer Paarbeziehung oder Familie schon vorher Probleme, können diese durch das unleidliche Verhalten deutlich(er) hervortreten. Streit und Konflikte, teils Eskalationen, sind praktisch vorprogrammiert. Es ist somit alles andere als verwunderlich, dass die Nachfrage nach Eheberatung und Paarberatung nach den Festtagen und zu Beginn des neuen Jahres beträchtlich steigt.

Stress in der Weihnachtzeit vermeiden. Wie?

  • Wesentlich ist vor allem, sich bewusst zu machen, das besinnliche Vorweihnachts- und Festtage in den meisten Fällen unrealistisch und nur schwer zu realisieren sind. Dieses Wissen und die damit einhergehende realistische Erwartung schützen Sie vor Erwartungsenttäuschungen. Mit einer entspannteren Einstellung ist die „Leitung“ meist schon deutlich „länger“.
  • Gemeinsame Vorausplanungen ermöglichen, notwendige Erledigungen und Einkäufe schon im Vorfeld aufzuteilen. Planen Sie genau, wann, wer, wo, was erledigt. Besprechen Sie außerdem miteinander, was eventuelle Schwierigkeiten bei der Umsetzung sein könnten und wie Sie damit umgehen könnten. Ein Plan B schadet nicht, sondern rüstet Sie für Notfälle.
    Die Zeit für Streit, Schmollen und Versöhnen nimmt erfahrungsgemäß viel mehr Zeit in Anspruch als eine gute Absprache.
  • Mit Weihnachten verbundene Vorstellungen und Wünsche können sich ändern. Auch hier gilt der Austausch miteinander als Schlüssel.
    Beachten Sie: Nicht alle Probleme sind im Sinne von „win-win“ lösbar. Wichtig ist es aber, bei der Entwicklung von Lösungen auf die faire Ausgewogenheit zu gunsten des einen und des/der anderen zu achten.
  • Setzen Sie Prioritäten. Sie können auch mal eine Weihnachtsfeier auslassen und bei Zeitnot Stollen und Plätzchen in einer Bäckerei kaufen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Partner und Ihrer Familie über Geschenke, denn sie sind häufig ein heikles Thema. Beschließen Sie gemeinsam zum Beispiel die Anzahl der Geschenke zu reduzieren. Es ist die Geste die zählt. Dies frühzeitig auch Kindern zu vermitteln, ist eine echte Kompetenz. Viel wichtiger als stundenlange Suche nach Geschenken ist die gemeinsam verbrachte Zeit in den Vorweihnachtswochen. 
  • Rituale gehören zu den Festtagen. Doch sie können über die Jahre auch fade oder bedeutungslos werden. Bringen Sie den Mut auf,  bisherige Abläufe (leicht) abzuändern oder die Festtage mal auf gänzlich andere Art zu verbringen. Allein die Planungen hierzu können Lebendigkeit und Freude bedeuten. Oft macht es auch den Kindern Spaß, Neues auszuprobieren, kleine oder erweiterte Aufgaben zu übernehmen und damit zum Fest beizutragen. Gemeinsam Ideen zu sammeln, steigert zudem die Kreativität.
  • Überfrachten Sie die Festtage nicht mit Terminen, denn Freizeitstress ist alles andere als erholsam. Auch hier bewährt sich eine Vorausplanung.

Ich wünsche all meinen ehemaligen und aktuellen Klienten sowie meinen Bloglesern eine unbeschwerte, bunte Weihnachtszeit!

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