Archiv des Autors: Dr. Anke Birnbaum

Fehlgeburt: Umgang mit dem Schmerz

15 bis 20 % der Schwangerschaften enden in Fehlgeburten. Der größte Anteil von ihnen in den ersten Schwangerschaftswochen. Viele Frauen belastet der Verlust des ungeborenen Kindes massiv und sie müssen vor allem tiefe Trauer, Ängste und Schuldgefühle bewältigen. Erschwerend hinzukommen kann, dass Männer oftmals einen anderen Umgang mit der auch für sie einschneidenden Erfahrung haben. Sie verbergen ihre Trauer häufiger vor der Partnerin, um sie nicht zusätzlich zu belasten oder versuchen sich abzulenken. Auch Freunde und Familie können die Intensität und Wucht dieses Schicksalsschlags zeitweise nicht greifen, weshalb sich betroffene Frauen häufig alleingelassen gefühlen.
Erfahren Sie mehr zu diesem Thema in diesem Artikel.

 

Was sexuelle Lust mit der Begrenzung von Arbeit zu tun hat

Gerade in Studien zum Thema Sexualität antworten Teilnehmer vielfach nicht aufrichtig, weshalb Forschungsbefunde ein verzerrtes Bild zeichnen können. Auffällig in Befragungen ist dennoch die deutlich zunehmende Lustlosigkeit in Paarbeziehungen. Erfahrungsgemäß nehmen Männer aus diesem Grund immer häufiger den Rat eines Paartherapeuten oder Sexualberaters in Anspruch.

Eine wesentliche Ursache dafür kann im zunehmenden „Performancedruck“ (siehe u.g. Artikel) liegen. Dem Druck, permanent unter Beweis stellen zu müssen, was man zu leisten in der Lage ist – gemessen u.a. an Arbeitsstunden, Einkommen und Karriereerfolg. Dauerhafter Druck ist weder gesundheits- noch zufriedenheitsfördernd. Entscheidend für eine stabile innere Zufriedenheit ist hingegen, wie sinnstiftend die eigene Tätigkeit erlebt wird und wie gut eine Abgrenzung von beruflichen Fragen nach Feierabend gelingt.
Was fehlende ruhige Momente – Mußestunden oder Langeweile – auch mit Lust auf Sexualität zu tun haben, beschreibt dieser Artikel ausführlicher. Interessant dazu die zahlreichen Kommentare, die ihn um wichtige Aspekte ergänzen.

Gedanken & Einsichten

Es ist ein weit verbreiteter Unfug, daß die Liebe über die Freundschaft gestellt wird und außerdem als etwas völlig anderes betrachtet. Die Liebe ist aber nur soviel wert, als sie Freundschaft enthält, aus der allein sie sich immer wieder herstellen kann. Mit der Liebe der üblichen Art wird man nur abgespeist, wenn es zur Freundschaft nicht reicht.

(Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner)

 

Ein Ehevertrag – nicht zwingend unromantisch

Wollen Paare heiraten, hat die Schließung eines Ehevertrags bis heute oftmals einen zweifelhaften Ruf. Dabei ließe sich aus einem veränderten Blickwinkel doch auch behaupten, dass diese Paare in der Lage sind, mit fairen Regeln für den Fall einer Trennung vorzusorgen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema in diesem ZEIT-Artikel.

 

Warum Coparenting in Trennungsfamilien Sinn macht

Nach dem Entschluss zur Trennung oder Scheidung der Eltern, sind neben der rechtlichen Verantwortung auch die Betreuung und Erziehung der Kinder im Alltag zu regeln. Seit 21 Jahren ist das gemeinsame Sorgerecht im Falle einer Scheidung der Regelfall. Auch nicht verheirateten Eltern steht nach einer Trennung das gemeinsame Sorgerecht zu. Beantragt ein Elternteil das alleinige Recht zur Sorge und der andere Elternteil willigt nicht ein, muss seit 2013 gerichtlich entschieden werden. Diese Entscheidungen bedürfen stets der Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren, welche für Eltern und insbesondere das Kindeswohl relevant sind.

Eine kurze und gelungene Zusammenfassung aktueller sozialwissenschaftlicher Forschungsbefunde zum Einfluss der Sorgerechtsregelungen, u.a. auf den Kontakt zwischen Vätern und Kindern, gibt dieser aktuelle Podcast von NDR Info.
Die Ergebnisse basieren überwiegend auf repräsentativen Studien des soziologischen Instituts der Universität Rostock, die im Rahmen des langjährigen Beziehungs- und Familienpanel (pairfam) durchgeführt werden.
 

In einem weiteren Podcast aus der Rubrik Redezeit von NDR Info wird aus Sicht von Fachanwälten für Familienrecht, Mediatoren und Psychologen dargelegt, wie Regelungen von Eltern ohne gerichtliche Auseinandersetzungen aussehen können und wie sich Trennungsfolgen für Kinder minimieren lassen. Ebenso finden sich hier Informationen zu Abläufen in Mediationsprozessen.

Die Kunst des Schenkens

Rückt die Weihnachtszeit näher, rücken auch die Fragen nach Geschenken mit jedem Tag mehr in den Fokus. Auch um diesem für Viele gefühlten Druck auszuweichen, wird in einigen Partnerschaften und Familien mal mehr mal weniger humorvoll erwogen, „Dieses Jahr schenken wir uns nichts“.

Dass Geschenke in Paarbeziehungen jedoch häufig eine hohe und vielschichtige Bedeutung besitzen, konnte die Paarforschung in Studien schon Anfang der Jahrtausendwende aufzeigen (u.a. Eva Wunderer, 2003: Dinge, Orte, Paare).
So sind Geschenke innerhalb einer Partnerschaft nicht nur ein Zeichen dafür, wie aufmerksam man einander zuhört und sich auf die Wünsche des anderen einstellt, sondern gleichzeitig ein wesentliches Barometer für die gegenseitige Wertschätzung.

Unstrittig scheint, dass eine Welt ohne Geschenke, gerade in der ersehnten besinnlichen Vorweihnachtszeit oftmals stressfreier und sicher auch deutlich weniger kommerziell wäre. Höchstwahrscheinlich wäre sie jedoch auch weniger bunt und wesentlich gefühlsärmer.

Lesen Sie hierzu mehr in diesem Artikel und erfahren Sie außerdem, warum gerade das Schenken von gemeinsamen Erlebnissen und Zeit, für zwischenmenschliche Verbindungen so bedeutsam ist.

Ich wünsche Ihnen eine gelassene Weihnachtszeit!

Depression als Risikofaktor für Paarbeziehungen

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland, was

das Thema auch in der Paarberatung und Paartherapie immer relevanter werden lässt.

Massive Überforderungs- und Schuldgefühle, Antriebslosigkeit wie auch der Rückzug aus dem sozialen Umfeld stellen nicht nur für den erkrankten Partner ernsthafte Belastungen dar. Die Trennungswahrscheinlichkeit steigt in betroffenen Beziehungen auch durch den Verlust an innerer Verbundheit und eine deutliche Zunahme von Konflikten.

Eine aktuelle Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutschen Bahn Stiftung zeigt, dass eine Depression häufiger die Ursache als die Folge von Partnerschaftskonflikten darstellt. Beleuchtet werden zudem die vielfältigen Belastungen beider Partner. Mehr erfahren Sie in diesem Artikel.