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Auch für Väter ist die Corona-Krise eine Belastungsprobe

„Fairness und Gerechtigkeit“ ist eines der häufigsten Themen in Paarberatung und Paartherapie. Schließlich müssen die Partner in kaum einem anderen Lebensbereich so häufig (neu) miteinander aushandeln, wie workload und mental workload im sich stetig verändernden Alltag gemanaget und dafür aufgeteilt werden können. Versäumen die Partner dies im Sog des Alltags dauerhaft, kann es zu ungewollten Rollenfestlegungen kommen, die zu Unzufriedenheiten und Frust auf beiden Seiten führen.

In Zeiten der Coronapandemie werden die Herausforderungen für Familien, vielfach jedoch für Mütter hervorgehoben. Es seien die Mütter die am Rande von Nervenzusammenbrüchen stünden, da sie die spannungsvollen Aufgaben zwischen Kinderbetreuung, Homeschooling, Haushalt und (Online-)Berufstätigkeit zu überfordern drohen. Doch was ist mit den Vätern? Und birgt die Corona-Krise eventuell Chancen für neue Modelle von Arbeit und Familie? Erfahren Sie in diesem aktuellen SWR-Beitrag mit zwei Videopodcasts mehr.
Bleiben Sie miteinander im Gespräch!

 

Es ist nie zu früh für eine Paartherapie

Aktuelle Studien zeigen, dass lediglich jedes fünfte Paar vor einer Scheidung versucht, mittels professioneller Unterstützung diesen Schritt zu umgehen und die Ehe zu retten. Während die Meisten bei gesundheitlichen Fragen schnell den Rat von Fachleuten suchen und bei beruflichen Themen Fort- und Weiterbildungen in Anspruch nehmen, scheint der Gang in eine Paarberatung oder Paartherapie noch immer ungewöhnlich. Dabei beeinflusst die Zufriedenheit in der Partnerschaft das Wohlbefinden stärker als Gesundheit, Beruf und finanzielle Sicherheit.

Auch unverheiratete Paare, die in den genannten Zahlen nicht mitzuerfassen sind, zögern häufig und dann vielfach zu lange, Rat und Hilfe zu suchen. Paarberatung und Ehetherapie können dann häufig nur noch der Schadensbegrenzung dienen. Dabei zeigen Paar- und Stressforschung sehr eindrücklich, dass Paare nicht früh genug die eigenen Kommunikations-,  Stressbewältigungs- und Problemlösungsfähigkeiten ausbauen können (u.a. M. Schaer, 2016; Bodenmann 2010, 2014). Hierfür bieten sich auch frühzeitig genutzte Präventionsprogramme für Paare an, wie z.B. paarlife.
Zögerliche Paare oder Ratsuchende, deren Partner/in (noch) nicht zu einer Paarberatung bereit sind, können ebenfalls auf Onlineangebote zurückgreifen.

Lesen Sie in diesem Interview mit meiner geschätzten Kollegin aus Paarforschung und Paartherapie Anne Milek mehr dazu.

Warum To-Do-Listen während des Lockdowns oftmals Selbstbetrug sind

Der Lockdown seit Mitte März führt für Viele gezwungenermaßen zu mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Abgesehen von Eltern mit kleinen Kindern betrachten die Meisten diese Zeit des „Runterfahrens“ und eingeschränkter sozialer Kontakte auch als Zeit für die Erledigung von Dingen, die schon seit Monaten und manchmal Jahren auf der eigenen To-Do-Liste stehen. Endlich mal den Keller oder Dachboden aufräumen, tägliche Sporteinheiten, mit alten Freunden sprechen, den Garten umgestalten oder das Wohnzimmer streichen….. Der Kreativität scheint hier derzeit keine Grenze gesetzt.

Sicher, einige dieser Vorhaben lassen sich umsetzen. Aber eben nur einige. Warum zu lange To-Do-Listen und damit zusammenhängende Vorsätze eher „Selbstbetrug“ und unrealistisch sind, lesen Sie in diesem Artikel einer junger Journalistin der Süddeutschen Zeitung.

Gedanken und Einsichten

Don´t ever make decisions based on fear. Make decisions based on hope and possibility.
Make decisions based on what should happen, not what shouldn´t.

(Michelle Obama)

Homeoffice und Familie – ohne „Lagerkoller“

Vielen Paaren, die in der aktuellen, ohnehin angespannten Situation auf die Arbeit aus dem Homeoffice angewiesen sind, geht es seit dem 16. März ähnlich: Bei der Zerreißprobe zwischen Job und Kindern, haben sie das Gefühl, beidem nicht gerecht werden zu können. Unzufriedenheit, zusätzlicher Stress und Konflikte scheinen damit vorprogrammiert.

Was Sie in erster Linie tun können, um zusätzlichen Stress für alle zu vermeiden:

Treffen Sie  – je nach Planbarkeit und anliegenden Terminen – entweder einmal pro Woche oder Tag für Tag  gemeinsam mit Ihrem Partner Absprachen für Zeiten, in denen ein Partner arbeitet und ein Partner für die Kinder da ist.
Diese Absprachen können innerhalb weniger Minuten – am besten zu einem regelmäßig stattfindenden Zeitpunkt getroffen werden (z.B. abends wenn die Kinder im Bett sind, morgens vor dem Wecken der Kinder bei einem gemeinsamen ersten Espresso oder sonntags nach dem Frühstück für die darauffolgende Woche).
Je nachdem, was Sie miteinander vereinbart haben, kann es von Vorteil sein, beispielsweise die „Vormittagsschicht“ mit der Zubereitung des Mittagessens und der Wäsche zu verbinden; die „Nachmittagsschicht“ mit dem Abendessen und dem Zubettbringen der Kinder.

Vor dem Wechsel der jeweiligen „Schichten“, könnten Sie zusammen mit den Kindern „eine kurze Runde um den Block“ gehen. Dies ermöglicht nicht nur, einen kurzen gemeinsamen Familienspaziergang, sondern markiert zusätzlich für alle Familienmitglieder einen Übergang und steigert die Konzentration für die nachfolgende Schreibtischarbeit.

Planen Sie innerhalb Ihrer jeweiligen Schichten, abhängig vom Alter Ihrer Kinder, auch Zeiten ein, in denen sie sich allein beschäftigen (lernen können).

Kleine Rituale oder Routinen schaffen auch und gerade in diesen ungewohnten Wochen, eine entlastende Struktur für alle. Auch wenn diese erst einmal etwas Einübungszeit brauchen, helfen sie, die Tage miteinander zu rhythmisieren und zu synchronisieren (u.a. gemeinsame Mahlzeiten; kleine gemeinsame Übergänge für die Kinder bevor sie die Aufgaben aus der Schule machen). Rituale stellen so Orientierung und Ruhe her – und dies nicht nur für die Kinder, wie oftmals irrtümlich geglaubt wird.

Um möglichst konzentriert arbeiten zu können, sorgen Sie dafür, dass die Tür zum Arbeitszimmer fest verschlossen ist. Auch wenn dies gerade bei kleineren Kindern anfangs noch ein Lernprozess ist, der vor allem in den ersten Tagen Ihre Konsequenz und Geduld braucht, ist damit eine Grenze zwischen Arbeits- und Familienzeit für alle sichtbar. Zusammen mit Ihren Kindern könnten Sie auch ein Schild malen oder bekleben, welches an die Tür gehängt wird, wenn ein Elternteil arbeiten muss.

Arbeiten Sie an einem Tisch, der eine freie Fläche hat und wenig Möglichkeiten zur Ablenkung bietet.

Nehmen Sie sich Sie zu Beginn Ihrer Arbeit zwei oder drei Minuten Zeit, um die drei wichtigsten Aufgaben zu notieren, die Sie am jeweiligen Tag erledigen möchten. Um das eventuell anfänglich geringe Aktivitätslevel zu überwinden, und sich nicht in kleinen Aufgaben oder Emailbeantwortungen  zu „verzetteln“, beginnen Sie mit der Ihnen unangenehmsten Aufgabe.

Notieren Sie sich außerdem jeden Tag kurz Ihre erledigten Aufgaben wie auch die Zeiten, in denen Sie am Schreibtisch aktiv tätig sind. So erhalten und behalten Sie einen Überblick und können realistisch einschätzen, was Sie geschafft haben.

Tauschen Sie mit Ihrem Partner die vereinbarten Tageszeiten und damit zusammenhängenden Aufgaben tages- oder wochenweise, um auch hier einen Ausgleich und das Gefühl von Fairness abzusichern.

Viel Erfolg & bleiben Sie gesund!

Eltern in der Corona-Krise: Die Tage strukturieren hilft

Die Kita- und Schulschließungen stellen aktuell die meisten Paare und Familien vor unerwartete Herausforderungen.
Verstärkt soll über Online-Systeme der Schulen auch zuhause gelernt werden. Dennoch ist es nicht immer einfach, die „Zwangsferien“ möglichst kurzweilig und gelassen für alle Familienmitglieder zu gestalten, denn Verabredungen mit Freunden sind ebenso wenig möglich, wie Kino- und Theaterbesuche oder die Nutzung von Sportangeboten.

Der NDR hat aus diesem Grund sein Radioangebot mit Extra-Ausgaben von Kindersendungen stark ausgeweitet. Auch in der ARD Audiothek und als Podcast bietet der NDR zahlreiche Bildungs- und Wissensangebote für Kinder und Familien an. Hier werden Themen aufgegriffen, die gleichzeitig für den Schulunterricht relevant und dabei unterhaltsam sind.

Die tägliche Sondersendung aus der „Mikado“-Redaktion wird vor allem für Kinder ausgestrahlt, die am Vormittags (noch) keine Hausaufgaben erhalten haben. Kinder (und Eltern) haben die Möglichkeit, sich zwischendurch mit Hörspielen, u.a. von Cornelia Funke, und abwechslungsreichen Wissensangeboten zu beschäftigen. Die Extra-Ausgabe von „Mikado“ wird täglich montags bis freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr auf NDR Info gesendet. Das Programm ist im Digitalradio DAB+ zu empfangen, über die NDR App oder im Internet.

Für ältere Schülerinnen und Schüler sind die Sendungen aus der Rubrik Wissenschaft und Bildung bei NDR Info zu empfehlen.

Diese und weitere Angebote des NDR können Eltern dabei behilflich sein, die Vormittage mit ihren Kinder zu strukturieren und in den kommenden Wochen auch zu rhythmisieren. Struktur und Rhythmus gelten als wesentliche Faktoren für gemeinsame Stressbewältigung in Familien – sicher auch in diesen turbulenten Tagen.

Untreue und Affären – ist Monogamie noch zeitgemäß?

In aktuellen wissenschaftlichen Studien geben beinahe 90% der Befragten an, Treue in Partnerschaft noch immer als einen essentiellen Wert zu verstehen. Doch ist Monogamie in aktuellen Zeiten – u.a. vor dem Hintergrund beständig hoher Zahlen an Außenbeziehungen und Affären wie auch einem florierenden kommerziellen Markt, der um dieses Phänomen herum entsteht, noch zeitgemäß?

Die aktuelle Ausgabe der ZEIT widmet sich diesem Thema von verschiedenen Seiten und stellt erkenntnisreiche Kontroversen in den Mittelpunkt.