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Das gemeinsame Commitment stärken

Commitment ist für das dauerhafte Bestehen einer Partnerschaft unerlässlich.

Lesen Sie in diesem aktuellen Interview, welches – im Rahmen des 20jährigen Jubiläums des paaarlife-Programms der Universität Zürich – mit mir geführt wurde, was Commitment genau ist und wie Sie dieses in Ihrer Beziehung stärken können.

 

Wie gelingt Verzeihen?

Verletzungen in Partnerschaften sind vielfältig. Sie hängen nicht nur mit Untreue und Vertrauensbrüchen zusammen. Sie können auch in Verbindung z.B. mit dem Vergessen eines Jahrestages, zu wenig Investition in die Beziehung, mangelnder Wertschätzung oder mit dem Streitverhalten des Partners stehen.

Wie Sie mit Verletzungen umgehen können, was Verzeihen mit Großzügigkeit zu tun hat und welche Faktoren den Verzeihensprozess erleichtern, können Sie hier anhand der Präsentation eines Vortrags von dem Paarforscher und Experten für Paarberatung und Paartherapie Prof. Dr. Guy Bodenmann von der Universität Zürich nachlesen.
 
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In zwei weiteren Vorträgen, welche Sie kostenlos downloaden können, finden Sie außerdem aktuelle Befunde aus der Paarforschung zu den Themen Geschlechterunterschiede und Commitment.
 
Reinschauen lohnt sich!
 
 

Heiraten: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Nicht selten fragen sich Paare, ob es schon an der Zeit ist, zu heiraten oder ob sie lieber noch warten sollten, bevor sie vor den Traualtar oder Standesbeamten treten.
Aber gibt es den richtigen Zeitpunkt für das Ja-Wort?

Es kann durchaus Vorteile haben, wenn sich die Partner genauer und besser kennenlernen, bevor sie einen entscheidenden Schritt wie diesen machen. Sie können sich im Alltag kennenlernen und feststellen, ob man ihn/sie mit seinen/ihren Eigenheiten und mitunter auch komplett anderen Sichtweisen zu bestimmten Themen wertschätzt. Möglich ist es dabei auch, eingehend zu prüfen, ob der Partner ähnliche Wert- und Lebensvorstellungen wie man selbst hat. Dies ist laut der Paarforschung ein wesentlicher Aspekt für einen langfristigen Zusammenhalt der Partner und eine zufriedene Partnerschaft. Gedanken wie „Den biege ich mir schon noch hin“ oder „Das wird schon noch“ sind gravierende Fallen, um in eine Ehe zu starten.
Auf der anderen Seite gibt es auch zahlreiche Paare, die nach relativ kurzer Beziehungsdauer heiraten und langfristig glücklich in ihrer Beziehung sind. Diese Paare berichten, dass sie inzwischen, z.B. durch frühere Beziehungserfahrungen, genau wussten, wie sie Beziehung leben wollen. Sie geben außerdem an, durch ihre Beziehungserfahrungen keine überhöhten Erwartungen an Partnerschaft zu haben und sind dann ihrem persönlichen Gefühl gefolgt – getreu nach dem Motto „Es ist, was es ist.“

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Ehen können scheitern, wenn die Partner sich nicht ausreichend kennengelernt und voreilig aus dem „Gefühl der Verliebtheit“ heraus die Entscheidung zu einer Heirat getroffen haben. Ebenso können Ehen auch scheitern, wenn die Partner bereits auf mehrere, teils zahlreiche, Beziehungsjahre vor der Heirat zurückblicken können und einander gut kannten.
Menschen verändern sich fortwährend und in einer festen, verbindlichen Partnerschaft kommt es darauf an, sich auf die Veränderungen des anderen immer auch ein Stück weit einzulassen, gemeinsame neue Wege zu suchen. Genauso kann das Gefühl des Verliebtseins nicht über Jahrzehnte bestehen bleiben. Die Partnerschaft und Gefühle der Zuneigung zu erhalten, braucht willentliches, dauerhaftes Engagement von beiden Seiten – auch in schwierigen Zeiten.

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Was macht Liebe auf Dauer stark?

Was hält Paare zusammen? Was ist das Rezept für eine glückliche Ehe? Was macht Liebe auf Dauer stark? Diese und ähnliche Frage stellen sich wiederholt auch die Partnerschafts- und Scheidungsforschung.

Die Untersuchungen weisen darauf hin, dass es vor allem fünf wesentliche Aspekte sind, welche Einfluss auf die langfristige Zufriedenheit und das Wohlbefinden in der Partnerschaft haben:
1. Die persönliche Passung der Partner, z.B. bezüglich Wert- und Lebensvorstellungen oder der Bindungsbereitschaft.
2. Die persönliche und gemeinsame Stressbewältigung: Gelingt es den Partnern auf Dauer nicht, ihre persönlichen Stresssituationen (z.B. im Beruf) zu bewältigen, kann dieser Stress von außen in die Beziehung überschwappen und das Klima zwischen den Partnern wird angespannter und gereizter. Im Bereich Stressbewältigung hat also jeder Partner auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Die Erwartung, der Partner sei für unser Wohlbefinden und unseren Ausgleich zuständig, birgt ein hohes Überforderungsrisiko für eine Beziehung. Der Partner kann im hektischen Alltag stets nur eine „zweite Sicherung“ sein; z.B. dann, wenn in einigen Situationen eine persönliche Stressbewältigung nicht möglich ist. Die Unterstützung durch den Partner kann dann den Zusammenhalt in der Beziehung stärken.
Aber auch die gemeinsame Bewältigung von Stressbelastungen, die direkt mit der Beziehung zusammenhängen (z.B. Kindererziehung, Finanzen), ist entscheidend für die Zufriedenheit und Verbundenheit der Partner.
3. Entscheidend sind hierbei auch die Kommunikationsfähigkeiten beider Partner.
4. Ebenso spielen ihre Problemlösefähigkeiten eine wichtige Rolle. Werden von den Partnern möglichst tragfähige und umsetzbare Lösungen entwickelt? Mitentscheidend ist hierbei auch, wie die Partner das Thema „Fairness und Gerechtigkeit“ in ihrer Beziehung über die Jahre hinweg verhandeln und ggf. an veränderte Lebensumstände anpassen.
Was genau fair oder gerecht ist, kann von Paar zu Paar sehr unterschiedlich sein. Essentiell ist, dass die Partner sich untereinander einig darüber sind und keiner von ihnen auf Dauer das Gefühl hat, zurückstecken zu müssen oder nicht ausreichend Beachtung bei Problemlösungen zu finden.
5. Das Commitment der Partner ist nach neuesten Erkenntnissen der Paarforschung ein weiterer wesentlicher Aspekt, der zum Zusammenhalt von Beziehungen beiträgt. Commitment heißt so viel wie Verbindlichkeit oder dauerhaftes Engagement für den Partner und die Beziehung – auch in schwierigen und unbequemen Lebenssituationen. Hierbei steht nicht das Gefühl des „Müssens“ oder „Sollens“ im Vordergrund, sondern die willentliche Entscheidung.

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