Schlagwort-Archive: Stressbewältigung

Homeoffice und Familie – ohne „Lagerkoller“

Vielen Paaren, die in der aktuellen, ohnehin angespannten Situation auf die Arbeit aus dem Homeoffice angewiesen sind, geht es seit dem 16. März ähnlich: Bei der Zerreißprobe zwischen Job und Kindern, haben sie das Gefühl, beidem nicht gerecht werden zu können. Unzufriedenheit, zusätzlicher Stress und Konflikte scheinen damit vorprogrammiert.

Was Sie in erster Linie tun können, um zusätzlichen Stress für alle zu vermeiden:

Treffen Sie  – je nach Planbarkeit und anliegenden Terminen – entweder einmal pro Woche oder Tag für Tag  gemeinsam mit Ihrem Partner Absprachen für Zeiten, in denen ein Partner arbeitet und ein Partner für die Kinder da ist.
Diese Absprachen können innerhalb weniger Minuten – am besten zu einem regelmäßig stattfindenden Zeitpunkt getroffen werden (z.B. abends wenn die Kinder im Bett sind, morgens vor dem Wecken der Kinder bei einem gemeinsamen ersten Espresso oder sonntags nach dem Frühstück für die darauffolgende Woche).
Je nachdem, was Sie miteinander vereinbart haben, kann es von Vorteil sein, beispielsweise die „Vormittagsschicht“ mit der Zubereitung des Mittagessens und der Wäsche zu verbinden; die „Nachmittagsschicht“ mit dem Abendessen und dem Zubettbringen der Kinder.

Vor dem Wechsel der jeweiligen „Schichten“, könnten Sie zusammen mit den Kindern „eine kurze Runde um den Block“ gehen. Dies ermöglicht nicht nur, einen kurzen gemeinsamen Familienspaziergang, sondern markiert zusätzlich für alle Familienmitglieder einen Übergang und steigert die Konzentration für die nachfolgende Schreibtischarbeit.

Planen Sie innerhalb Ihrer jeweiligen Schichten, abhängig vom Alter Ihrer Kinder, auch Zeiten ein, in denen sie sich allein beschäftigen (lernen können).

Kleine Rituale oder Routinen schaffen auch und gerade in diesen ungewohnten Wochen, eine entlastende Struktur für alle. Auch wenn diese erst einmal etwas Einübungszeit brauchen, helfen sie, die Tage miteinander zu rhythmisieren und zu synchronisieren (u.a. gemeinsame Mahlzeiten; kleine gemeinsame Übergänge für die Kinder bevor sie die Aufgaben aus der Schule machen). Rituale stellen so Orientierung und Ruhe her – und dies nicht nur für die Kinder, wie oftmals irrtümlich geglaubt wird.

Um möglichst konzentriert arbeiten zu können, sorgen Sie dafür, dass die Tür zum Arbeitszimmer fest verschlossen ist. Auch wenn dies gerade bei kleineren Kindern anfangs noch ein Lernprozess ist, der vor allem in den ersten Tagen Ihre Konsequenz und Geduld braucht, ist damit eine Grenze zwischen Arbeits- und Familienzeit für alle sichtbar. Zusammen mit Ihren Kindern könnten Sie auch ein Schild malen oder bekleben, welches an die Tür gehängt wird, wenn ein Elternteil arbeiten muss.

Arbeiten Sie an einem Tisch, der eine freie Fläche hat und wenig Möglichkeiten zur Ablenkung bietet.

Nehmen Sie sich Sie zu Beginn Ihrer Arbeit zwei oder drei Minuten Zeit, um die drei wichtigsten Aufgaben zu notieren, die Sie am jeweiligen Tag erledigen möchten. Um das eventuell anfänglich geringe Aktivitätslevel zu überwinden, und sich nicht in kleinen Aufgaben oder Emailbeantwortungen  zu „verzetteln“, beginnen Sie mit der Ihnen unangenehmsten Aufgabe.

Notieren Sie sich außerdem jeden Tag kurz Ihre erledigten Aufgaben wie auch die Zeiten, in denen Sie am Schreibtisch aktiv tätig sind. So erhalten und behalten Sie einen Überblick und können realistisch einschätzen, was Sie geschafft haben.

Tauschen Sie mit Ihrem Partner die vereinbarten Tageszeiten und damit zusammenhängenden Aufgaben tages- oder wochenweise, um auch hier einen Ausgleich und das Gefühl von Fairness abzusichern.

Viel Erfolg & bleiben Sie gesund!

Blog-Tipp für Paare

paarlife – ist ein wissenschaftlich fundiertes und auf Wirksamkeit überprüftes Stress- und Kommunikationstraining für Paare. Entwickelt wurde dieses Programm bereits vor 21 Jahren vom erfahrenen Paarforscher und Experten für Paarberatung und Paartherapie Guy Bodenmann. Das Training der Universität Zürich unterstützt Paare bei der gemeinsamen Stressbewältigung im Alltag und einer gelingenden Kommunikation unter Stress.
Eine Vielzahl von Studien zeigt nach dem Training und der Anwendung dort gelernter Tools positive Effekte – sowohl in Bezug auf die Zufriedenheit als auch die Kommunikation und Problemlösung in der Partnerschaft. Zudem lassen sich deutliche Verbesserungen in der gemeinsamen Stressbewältigung feststellen.

Neben weiteren Informationen zu dem Stresstraining für Paare, lizenzierten Anbietern in der Schweiz und Deutschland sowie Trainingsterminen, finden Sie auf der Homepage des Programms auch einen Blog mit informativen Beiträgen für Paare.

Als Verantwortliche für das renommierte Paartraining in Deutschland beantworte auch ich Ihnen gerne Fragen. Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an.

 

Stressfrei in den gemeinsamen Urlaub?

Die Sommerferien in den nördlichen Bundesländern stehen kurz bevor und die Sehnsucht nach Entspannung ist gerade in den letzten Wochen und Tagen vor dem Urlaub besonders groß. Nicht nur, dass das Energielevel kurz vor den freien Tagen aufgezehrt scheint; liegt doch gerade in dieser Zeit oftmals noch einmal besonders viel Arbeit, Organisation und Vorbereitung an.
Dadurch kann es auch in Familie und Partnerschaft zu gehäuften Konflikten kommen und die Gefahr ist groß, dass man schon massiv gestresst in den Urlaub startet. Nicht zuletzt führen eine überhöhte Erwartungshaltung an die gemeinsamen freien Tage und das gesteigerte Stresslevel dazu, dass es auch während dieser schnell zu Konflikten und Missverständnissen kommt.

Versuchen Sie somit vor allem, mit einer möglichst realistischen Erwartung in die Ferien zu starten. Streitigkeiten können auch bedeuten, dass Sie alle dringend Erholung brauchen. Mit einer solchen inneren Einstellung können Sie kleineren Konflikten deutlich gelassener begegnen und größere Auseinandersetzungen vermeiden.
Versuchen Sie außerdem, notwendige Vorbereitungen für die Reise schon mehrere Tage im Voraus in kleineren Etappen zu erledigen. Dies kann Sie mental entlasten und vermeidet eine Aufsummierung von „to does“. Sie beugen so steigendem Handlungs- und Zeitdruck vor.

In der neuen Ausgabe der ZEIT Wissen finden Sie weitere Tipps zum Themenfeld Stressbewältigung. Lesen Sie darin u.a., wie es Ihnen gelingen kann, Stress im Alltag und in wechselnden Lebenssituation insgesamt zu reduzieren und mit Ihrer Energie einfacher zu haushalten.

Ich wünsche Ihnen gelassene Sommerwochen!

Mein Buchtipp – für Paare und Familien, die den Frühling in Hamburg genießen wollen

Der Frühling ist da, ebenso die Ostertage. Gute Gründe, um sich die Räder zu schnappen, zu zweit oder gemeinsam als Familie Hamburg (neu) zu entdecken. Dieses handliche Büchlein hält abwechslungsreiche Radwege durch die schöne Metropole am Elblauf bereit – gespickt mit historischen Hintergrundinfos und Empfehlungen für weitere Aktivitäten.
Viel Spaß!

Gedanken & Einsichten

Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind.

(Albert Einstein)

Stress und die verzweifelte Suche nach Glück…

Stress, Stress, Stress. Multitasking. Schlafmangel. Erschöpfung. Burnout…
Dabei hat das Wissen über Stress in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv zugenommen, doch eine Verbesserung durch diese Erkenntnisse ist nicht spürbar. Stattdessen scheint Stress inzwischen in unser gesellschaftliches System fest integriert, was sich nicht zuletzt in einer wachsenden Anti-Stressindustrie verdeutlicht.

Woher kommen diese Unzufriedenheit und die emotionale Dauerbelastung? Tun doch Viele so viel auf dem Weg zu innerer Zufriedenheit, innerem Ausgeglichensein und Glück – ein scheinbar vergebliches Unterfangen.

Philisophen, Mediziner und Stressforscher beschäftigen sich mit dieser Thematik und immer mehr wird deutlich: Wir brauchen Zeiten gedanklicher „Leere“, um dem Stress nachhaltig begegnen, wieder gelassen und dabei genußfähig sein zu können.

Lesen Sie hierzu diesen interessanten Beitrag.

Richtig erholen

Wie kann ich wieder neue Kraft tanken? Was brauche ich, um mich körperlich und geistig zu entspannen? Und wie kann ich kreative Ideen und neues Selbstbewusstsein entwickeln?

Die aktuelle Ausgabe der ZEIT WISSEN beschäftigt sich umfassend mit diesen Fragen und gibt dabei zahlreiche überraschende Anregungen.

Probleme in der Partnerschaft wirklich! lösen

Häufig streiten Paare immer wieder um die selben Themen, entwickeln jedoch keine tragfähigen, alltagstauglichen Lösungen für diese. Frust wie auch erneuter Streit sind vorprogrammiert und irgendwann schleichen sich Erschöpfung und Resignation ein.

Woran liegt es, dass  Paare keine angemessene Problemlösungen erarbeiten?
Nicht selten versäumen es Paare, sich während einer Meinungsverschiedenheit  – oder zumindest dann, wenn sich die Wogen wieder geglättet haben – ausreichend Zeit für den Austausch zu nehmen. Zudem tauschen Sie sich nicht darüber aus, was für den jeweils anderen Partner bzgl. des (Problem-)Themas wirklich schwierig ist und welche Gefühle, über Ärger und Wut hinaus, damit für ihn verbunden sind. Eine tatsächliche Verständigungsbasis wird damit nicht erarbeitet. Doch diese ist grundlegend für Lösungen, welche die Emotionen beider Partner berücksichtigen. Nur auf diese Weise vermeiden Paare „faule Kompromisse“ oder vorschnelle Lösungen, die für einen Partner auch nur „Lippenbekenntnisse“ sein können.

Der Austausch der Partner braucht in jedem Fall ausreichend Zeit und Ruhe. Zeit ist eine knappe Ressource geworden; doch Streit, andauernde Spannungen sowie eine anschließende Versöhnung brauchen oftmals viel mehr Zeit und zermürben die Partner zunehmend.
Um wirklich zu verstehen, was den Partner beschäftigt und was das Thema für ihn so belastend macht, ist es notwendig, einander wirklich gut zuzuhören und nicht schon mit der Gegenargumentation beschäftigt zu sein. In diesem Fall lassen sich die Partner nicht aufeinander ein, versuchen nicht, den Partner wirklich zu verstehen, sondern ihn von der eigenen Sichtweise zu überzeugen oder Recht zu bekommen.
Um Interesse an der Sicht des Partners zu zeigen und ihm zu vermitteln, dass Sie bereit sind, sich auf seine Wahrnehmungen einlassen – auch wenn das in einigen Situationen sehr schwer fällt – halten Sie Blickkontakt. Wenn Sie die Sichtweise des anderen nicht nachvollziehen können, fragen Sie möglichst offen und wohlwollend nach. Die sogenannten „W-Fragen“ (wie, was, wobei….) sind dabei äußerst hilfreich. Die „Warum-Frage“ sollten Sie in sehr angespannten Situationen vermeiden, da diese den anderen schnell unter Rechtfertigungsdruck setzen kann.

Blog Paarconsulting Paar im Gespräch

© goodluz / Fotolia

Es kann nicht immer gelingen, den anderen vollständig zu verstehen. Einige Reaktionen und Emotionen bleiben eventuell nicht verständlich. Das ist ganz normal und gefährdet eine Beziehung nicht. Es gefährdet sie viel mehr, wenn die Partner diese Differenzen nicht aushalten und stets nach Einheit und Einigkeit streben. Eine reife Partnerschaft akzeptiert Unterschiede.

Zornreaktionen besser verstehen

Ärger und Wut sind Gefühle, die Menschen relativ schnell in Stresssituationen entwickeln. Zorn kann eine deutliche Steigerung dieser Gefühle bedeuten und sogar in Gewalt umschlagen.

Wie Zorn genau entsteht und welche bedeutsamen Funktionen diese Emotion – trotz ihres schlechten Rufes – für den Menschen hat, lesen Sie in diesem Artikel der aktuellen Ausgabe der ZEIT WISSEN.