Archiv für den Monat: November 2012

Den Partner ändern – und alle Probleme sind gelöst?

Viele gehen davon aus, dass sich Ihre Beziehungsprobleme und –krisen schlagartig auflösen, wenn der Partner/ die Partnerin sich ändern würde. Die Forschung zeigt jedoch eindeutig, dass vor allem die Beziehungsimpulse erfolgreich sind, welche man selbst in Gang bringt und nicht diejenigen, die vom Partner/ der Partnerin gefordert werden. Veränderung gelingt dann, wenn man bei sich selbst anfängt. Beginnen Sie noch heute – der Beziehung zu Liebe!

Vertrauensbruch durch Untreue – hat unsere Partnerschaft noch eine Chance? (Teil 2)

Im Mittelpunkt des letzten Blogartikels zum Thema „Vertrauensbruch“ finden Sie Hinweise, wie Sie sich verhalten können, wenn Sie von einem Seitensprung oder einer Affäre Ihres Partners/Ihrer Partnerin erfahren haben. In diesem Beitrag geht es vor allem darum, wie Ihr Partner/Ihre Partnerin dazu beitragen kann, dass Sie Ihr Vertrauen wieder gewinnen können und was Sie selbst tun können, wenn Unsicherheit und Angst vor einer neuen Enttäuschung für Sie nur sehr schwer überwindbar sind. Was kann mein Partner tun, um mein Vertrauen nach einem Vertrauensbruch wieder zu stärken? Vertrauen muss man sich erarbeiten. Das gilt in besonderem Maße nach einem Vertrauensbruch. Wesentlich, aber nicht immer selbstverständlich ist es, dass Ihr Partner/Ihre Partnerin den Kontakt zu der dritten Person abbricht. Des Weiteren sollte er/sie die Verantwortung für sein/ihr Verhalten und den Vertrauensbruch übernehmen und den Fehler aufrichtig bedauern. Hilfreich ist es, wenn er/sie Ihnen verstehen hilft, weshalb er/sie sich so gehandelt hat. Es erschwert die Situation nur zusätzlich, wenn Ihr Partner/ Ihre Partnerin mit Unverständnis auf Ihre tief verletzten Gefühle und das daraus entstandene Misstrauen reagiert und offene Gespräche ablehnt. Des Weiteren sollte sich Ihr Partner/Ihre Partnerin bemühen, Absprachen und Vereinbarungen einzuhalten. Mit einem aufrichtigen Verhalten und gelegentlichen, kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag kann Ihnen Ihr Partner/Ihre Partnerin außerdem zeigen, dass er/sie Sie aufrichtig liebt und schätzt. Hierzu gehört auch, dass er/sie (neue) Ideen und Vorschläge einbringt, wie sich die gemeinsame Beziehung insgesamt verbessern und stabilisieren lässt. Was können wir gemeinsam tun? Schaffen Sie sich gemeinsam Freiräume für Gespräche zu zweit. Auch wenn der Alltag oft hektisch ist, der kontinuierliche Austausch mit dem Partner vermeidet Konflikteskalationen und Kränkungen, deren Bewältigung meist viel mehr Zeit in Anspruch nimmt. Zahlreiche paarpsychologische Studien belegen dies eindrucksvoll. Das heißt, Sie und Ihr Partner sollten regelmäßig miteinander darüber reden, was jeden Partner beschäftigt, was problematisch, aber auch zufriedenstellend läuft im beruflichen wie auch privaten Alltag. Sprechen Sie außerdem über Ihre Vorstellungen und Wünsche in der Beziehung und nicht zuletzt auch über Dinge, die Ihnen gut tun und die gemeinsam gut gelungen sind. Stärken Sie also stets auch die Positivität in Ihrer Partnerschaft und werden Sie immer wieder für diese aktiv, anstatt abzuwarten, dass der/die andere handelt. Was können wir tun, wenn Angst und Zweifel bleiben? Sollten Sie merken, dass Sie die Angst vor einem weiteren Vertrauensbruch Ihres Partners/Ihrer Partnerin nicht überwinden können, ist es elementar darüber mit ihm/ihr zu sprechen. Suchen Sie gemeinsam – dabei einander zugewandt und möglichst ohne Vorwurfshaltungen – nach den Ursachen für das anhaltende mangelnde Vertrauen. Stellen Sie sich die Frage, was genau benötigst der Partner/die Partnerin, um wieder mehr Vertrauen zu gewinnen bzw. was zusätzlich noch dafür getan werden kann. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Partner/die Partnerin nicht immer wieder auf die „Anklagebank“ gesetzt werden sollte. Versuchen Sie stattdessen beide gemeinsam nach vorne zu schauen und gemeinsam an der Gegenwart zu arbeiten. Sollten Sie beide keine zusätzlichen oder alternativen Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten finden können oder Sie erkennen, dass es Ihnen sehr schwer fällt, wohlwollend miteinander Gespräche zu führen, suchen Sie in einer Paarberatung oder Eheberatung professionelle Unterstützung. Angezeigt ist eine Partnerschaftsberatung auch dann, wenn ein Partner angesichts der Situation Symptome wie Ängste, Schlafstörungen, Magenprobleme, chronische Kopfschmerzen oder Depressionen entwickelt. Grundsätzlich gilt: Vertrauen stärken und stabilisieren ist ein ständiger und vor allem aktiver Prozess. Ausgewählte Literaturtipps für Sie: Victor Chu (2008). Von der schwierigen Kunst, treu zu sein: Warum wir betrügen, was wir lieben. Kösel-Verlag. Hans Jellouschek (2003). Warum hast du mir das angetan?: Untreue als Chance. Piper Verlag. Andrew G. Marshall (2011). Kann ich dir jemals wieder vertrauen?: So bewältigen Sie den Seitensprung Ihres Partners. Goldmann-Verlag.